10 Fragen an… Julia Akra-Laurien

Julia Akra-Laurien

Wir möchten euch in 10 Fragen Menschen vorstellen, deren Lebensweg eng mit der Entscheidung, pflanzenbetont zu leben, verknüpft ist. Dieses Mal haben wir Noveaux-Chefredakteurin und Social Media Beraterin Julia Akra-Laurien befragt, weswegen sie schlechte Laune kriegt und welches Obst sie nicht ausstehen kann. Lest selbst!

1. Was hast du heute Morgen gefrühstückt?

Da bin ich ein Gewohnheitstier, es gibt fast immer das Gleiche: Himbeer- oder Blaubeer-Sojaghurt mit Müsli und Leinsamen, dazu etwas Obst. Und natürlich einen Kaffee, am liebsten mit Mandelmilch. Wenn’s mal herzhaft sein soll, liebe ich Avocadotoast zum Frühstück.

2. Was machst du beruflich?

Ich bin Herausgeberin und Chefredakteurin von Noveaux, dem ersten veganen Fair Fashion Magazin. Nebenbei arbeite ich noch als Social Media Beraterin.

3. …und warum?

Noveaux habe ich zwei Gründen gestartet: Aus Eigenbedarf, weil ich mir kein normales Fashion Magazin mehr anschauen konnte, ohne schlechte Laune zu bekommen wegen all der Pelze (sogar in Sommerheften!). Und dann war da natürlich der Wunsch nach Veränderung, etwas umkrempeln zu müssen – einerseits die Modebranche, andererseits das Konsumverhalten. Ich hatte kurz vorher meine erste Anti-Pelz-Kampagne durchgeführt und war hoch sensibilisiert für das Thema. Ich konnte an nichts anderes mehr denken. Und setzte die Idee dann einfach um.

4. Wie kamst du zur veganen bzw. vegetarischen Ernährung?

Ich war vor Noveaux circa einundhalb Jahre Vegetarierin, und wusste immer, dass die Konsequenz ist, irgendwann vegan zu leben. In der Schwangerschaft fiel mir das extrem schwer (Gelüste!), aber mit der Geburt habe ich dann den Schalter umgelegt. Das Leid der Mutterkühe war mir auf einmal sehr präsent und da ging es dann relativ leicht. Über Facebook kam ich durch eine Freundin immer wieder mit dem Thema in Berührung, auf eine „angenehme“ Art allerdings.

5. Dafür stehe ich morgens auf:

Für meinen Sohn (der es mir allerdings manchmal schwer macht, früh aufzustehen). Und natürlich bin ich immer angetrieben von meinem Wunsch, etwas zu verändern. Mir spuken auch immer so viele Ideen durch den Kopf, meistens entstehen sie schon im Halbschlaf, noch bevor ich ganz wach bin. Leider habe ich nicht die Ressourcen, alle umzusetzen.

6. Was hat sich durch die vegane bzw. vegetarische Ernährung für dich verändert?

Ziemlich viel, denn es bezieht sich bei mir nicht nur auf die Ernährung. Der nächste Schritt waren dann natürlich die Klamotten. Aber mit der Ernährung fielen erstmal einige Gewohnheiten weg, auch soziale, und alle mussten sich erstmal daran gewöhnen. Ich mich auch. Ich vermisse auch vieles, bin aber durch meine ethisch motivierten Gründe konsequent.

7. Worin siehst du das größte Risiko veganer und vegetarischer Lebensweise oder der Bewegung?

Der Dogmatismus nervt viele und verwehrt so manchen „Flexiganern“ den Spaß an der Sache. Immer dieser Anspruch auf 100 Prozent schreckt viele ab und lädt nicht gerade dazu ein, Veganismus mal auszuprobieren oder alte Gewohnheiten fallen zu lassen. Das ist extrem schade, aber auch ich musste das erst lernen. Am Anfang ist man eben hochmotiviert und will es allen erzählen, da man davon ausgeht, dass sie es nicht wissen. Und man hat da dieses schreckliche Video auf Facebook gesehen. Aber spätestens ab Phase 2 sollte man sich lockermachen und eher überlegen, wie man mehr Menschen erreicht und begeistert (manchmal sogar dadurch, gar nicht darüber zu reden), anstatt so viele wie möglich abzuschrecken.

8. Das willst du allen nicht-vegan lebenden Menschen sagen:

Käse ist kein Sauerstoff, es geht auch ohne.

9. Dein Lieblingsobst und Lieblingsgemüse:

Fast alles, was grün ist: Avocado, Spinat, Oliven, Erbsen. Und Himbeeren. Und Heidelbeeren. Ach, eigentlich fast alles, außer Bananen (würg).

10. Das kommende Jahr widme ich besonders diesem Thema:

Wenn ich das wüsste! Wer weiß, welche neue Idee sich bis dahin wieder in meinem Kopf festgesetzt hat! :-)

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