10 Zutaten, die gegen die fiese Erkältung im Frühling helfen

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Der lang ersehnte Frühling bringt leider oft eine miese Erkältung mit sich. Ungebetene Gäste nisten sich in unseren Atemwegen ein und machen uns das Leben zum Schniefhölle. Im Wort steckt schon der Ursprung der Plage: „Kälte“. Aber auch zu viel Stress, Überanstrengung, verschmutzte und trockene Luft oder feucht-kalte Wetterwechsel können krank machen. Wir wollen euch mit ayurvedischen Hausapothekentipps zeigen, wie ihr euer Immunsystem wieder auf Vordermann bringt und welche Lebensmittel gegen eine akute Erkältung helfen.baktus

1. Curcuma, Baby!

Es geht nichts – rein gar nichts – über den knallgelben Curcumashot am Morgen. Ihn regelmäßig zu konsumieren, ist eine clevere Schutzmaßnahme gegen unliebsame Viren, Pilze und Bakterien. Diese stehen nämlich nicht auf scharfe und bittere Milieus, welche die Wunderpflanze in eurem Verdauungstrakt schafft. Beim ersten Kratzen im Hals könnt ihr auch die berüchtigte Curcuma-Intensiv-Kur machen. Dazu 1-2 TL Curcuma ungefähr 3-5 Mal täglich mit warmem Wasser (vor dem Essen) trinken. Ein toller Nebeneffekt bei regelmäßiger Einnahme (1-2 TL täglich): Stärkung der Abwehr und schöne Haut.

2. Chili, Ingwer und andere scharfe Gestalten

Scharfe Helfer sind in der Lage, die Auslöser eurer fiesen Erkältung auszuschalten. Dabei sind sie echte Multitasker: Sie reinigen, desinfizieren und wärmen euch innerlich – und wirken außerdem entkrampfend, schmerzlindernd und antiseptisch. Chili, Pfeffer, Ingwer, Nelken, Zimt eignen sich hierfür super; entweder als frisch zubereiteter Tee oder als Verfeinerung im Essen. Bei bereits ausgebrochenem Fieber solltet ihr allerdings besser die Finger davon lassen.

3. Bitteres Gemüse ist unser Freund

Bitterstoffe finden sich in Brokkoli, Spinat, verschiedenen Kohlsorten und Chicorée. Leicht angedünstet, dampfgegart und mit scharfen Gewürzen verfeinert, schaffen sie schlechte Lebensbedingungen für gemeine Erreger, die euch ans Wohlbefinden wollen. Außerdem enthalten diese Gemüsesorten wichtige Nährstoffe wie Eisen, Zink, Calcium, Folsäure und Vitamin C, welche das Immunsystem zur erfolgreichen Abwehr von Krankheitserregern benötigt.

4. Warm, wenig und unbeschwert

Es ist bereits im Wort enthalten: Wenn wir erkältet sind, haben wir zu viel vom Kalten und zu wenig Wärme in uns. Die Kälte wollen wir mit warmen Gemüsebrühen, leichten Eintöpfen, Wärmflaschen und heißem Tee bekämpfen. Fasten ist ebenfalls eine wohltuende Alternative. Derweil kann sich dann euer Immunfeuer um die Krankheitsherde (anstatt um das Essen im Magen) kümmern. Bitte vermeidet zu schwere, fettige oder kalte Nahrung, da ihr dafür zu geschwächt seid. Dazu gehören nicht nur Bratkartoffeln, (vegane) Butter, Eis, Aufläufe, Pizza, Pasta, Burger oder Sahnegerichte, sondern auch kalte Getränke, Haferflocken, Kokos, Bananen und Salate/Rohkost. Sorry – aber ihr wollt doch schnell wieder auf den Beinen sein, oder?

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5. Schön inhalieren

Gerade bei festsitzendem Husten und eher dünnflüssigem Sekret hilft Inhalieren zum Lösen von festsitzendem Schleim. Einfach Kamillenblüten oder Ajwainsamen in Wasser erhitzen und unter einem Handtuch inhalieren (1-4-mal täglich). Eine Nasenspülung mit physiologischer Salzlösung ist ebenfalls empfehlenswert, weil Salz in Maßen schleimlösend und auswurffördernd wirkt.

6. Süßholz raspeln

Männer, endlich habt ihr wieder einen Grund zum Süßholzraspeln! Süßholztee kräftigt und harmonisiert die angeschlagene Psyche und Physis eures Männerschnupfens. Es lindert Halsschmerzen und hilft ebenfalls, den angesammelten Schleim loszuwerden und die Schleimhäute wieder atmen zu lassen.

7. Sweets for my sweet, sugar for my honey

Bakterien lieben süße Speisen (z. B. Schokolade, Milch, übermäßig viele Nudeln, Haferflocken und Kartoffeln). Dadurch verschleimen eure Atemwege und die Erreger können sich in diesem Milieu wunderbar vermehren. Das einzig süße Lebensmittel (für die liberalen Veganer unter uns) welches Erkältung vertreibt: Waldhonig. Weil er nicht nur süß, sondern auch etwas scharf und bitter schmeckt. Trockenfrüchte wie Rosinen und Datteln, sowie Weintrauben sind übrigens erlaubt und liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Vitamin A und Vitamin C.

8. Vergiss die heiße Zitrone!

Säuernde Lebensmittel reizen die Schleimhäute, fördern Entzündungsreaktionen und verengen die Atemwege. Saures blockiert die Transportbahnen, durch die ihr versucht, die gemeinen Erkältungs-Biester loszuwerden. Für den gesamten Heilungsprozess während einer Erkältung erzeugt Saures ein unzuträgliches Milieu. Dagegen sind leichte Gemüsegerichte zu empfehlen, z. B. mit Zucchini, Kürbis, Karotten, Rote Bete und Reis in Maßen. Viel zu sauer sind dagegen Tomaten, Ananas, Joghurt oder Zitrone, die ja oft gerade wegen ihres Vitamin-C-Gehalts heiß getrunken wird. Nehmt hiervon lieber für einige Tage Abstand.

9. Ruhe!

Was ihr vor allem braucht, ist Ruhe. Also: Ab unter die Decke und ausschlafen. So kann sich euer Körper um alles alleine kümmern. Selbst wenn ihr nichts einnehmt und keine speziellen Anti-Erkältungs-Tipps (wie diese hier) befolgt, so hilft viel Ruhe, um die magischen Hokuspokus-Selbstheilungskräfte eures Körpers walten zu lassen.

10. Der Kopf

Auch wenn ihr euch nach einem Erkältungstag, fiebrigem Herumgeschwitze unter der Decke und Haaren auf halb sieben nach einer Dusche sehnt – lieber nicht! Damit setzt ihr euren den erkälteten Kopf unnötiger Belastung aus. Durch die wechselnden Temperaturen (heißes Wasser, dann kalte Luft, dann wieder Föhn) verschlimmern sich die Symptome nur. Daher gilt: Bei Erkältung am besten 3 Tage kein Wasser an den Kopf.

Quellen:
(1) Skript zur Ausbildung: Grundlagen der Ayurveda-Medizin, Peters/Stapelfeldt/Keßler 2014
(2) Die Ayurveda Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Kräuter, Lad/Frawley 2015
(3) Praxis Ayurveda-Medizin – kaya cikitsa – Therapiekonzepte für innere Erkrankungen, Stapelfeldt/Gupta 2009

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Karin

Illustration: Karin Lubenau
www.mitliebegemacht.de